Digitalisierung
Seit 2025 müssen Unternehmen elektronische Rechnungen empfangen und verarbeiten können, ab 2027 bzw. spätestens 2028 gilt die Pflicht auch für die Ausstellung im B2B-Verkehr – unabhängig von der Unternehmensgröße. Ausnahmen gelten nur für Kleinbetragsrechnungen bis 250 Euro und für Kleinunternehmer.
Eine Digitalisierung der Rechnungsstellung lässt sich damit künftig nicht mehr umgehen. Wichtig sind die passenden Voraussetzungen: der Empfang elektronischer Rechnungen im vorgeschriebenen Format (z. B. XRechnung oder ZUGFeRD), die korrekte Verarbeitung im Buchhaltungsprozess sowie eine gesetzeskonforme, revisionssichere Archivierung. Wer diese Umstellung frühzeitig angeht, erfüllt nicht nur die gesetzliche Pflicht, sondern schafft zugleich die Basis für weitere automatisierte Prozesse in der Buchhaltung.
Der Austausch von Daten zwischen Unternehmen und Buchhaltung setzt häufig voraus, dass jemand aktiv wird: Belege sammeln, hochladen, Rechnungen aus Online-Portalen herunterladen und an die richtige Stelle weiterleiten. Jeder dieser Schritte kostet Zeit – und bleibt oft an derselben Person hängen. Automatisierung reduziert genau diese manuellen Eingriffe auf ein Minimum.
Ein Beispiel sind digitale Belege: Statt sie einzeln zu sammeln, zu sortieren und zu übermitteln, sorgen automatisierte Lösungen dafür, dass Belege direkt bei ihrer Entstehung bereitgestellt bzw. hochgeladen werden. Auch Rechnungen, die Lieferanten, Versorger oder andere Dienstleister in eigenen Online-Portalen hinterlegen, müssen nicht mehr manuell abgerufen werden – automatisierte Abrufe holen diese Rechnungen selbstständig ab und stellen sie für die weitere Bearbeitung bereit.
Das Ergebnis: weniger manuelle Eingriffe durch Personal oder Unternehmer, weniger Zeitaufwand für wiederkehrende Routineaufgaben und dadurch mehr Raum für die eigentlichen unternehmerischen Tätigkeiten.
Im Buchhaltungsprozess selbst ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Regel dem Steuerberater vorbehalten. Abseits davon bietet KI aber zahlreiche Möglichkeiten, andere Unternehmensprozesse spürbar zu erleichtern und Zeit einzusparen.
Dazu zählen etwa der automatisierte Versand von Werbe-E-Mails, die Zusammenfassung eingehender E-Mails, die Unterstützung bei Recherchen sowie die Erstellung von Textvorlagen und Dokumenten. Auch Übersetzungen lassen sich mit KI-Unterstützung schneller erledigen, und selbst die Erstellung einer eigenen Website ist mit den passenden Werkzeugen deutlich einfacher geworden.
Der gemeinsame Nenner all dieser Anwendungen: wiederkehrende, zeitaufwendige Aufgaben werden spürbar reduziert, sodass mehr Zeit für die eigentlichen unternehmerischen Kernaufgaben bleibt.
Viele Kassensysteme, Rechnungsstellungsprogramme und Bankkonten bringen heute bereits eigene Schnittstellen mit – oft, ohne dass sie im Unternehmensalltag genutzt werden. Richtig eingerichtet, sorgen diese Schnittstellen dafür, dass Daten automatisch zwischen den beteiligten Systemen fließen, statt Geschäftsvorfälle händisch zu erfassen.
Besonders deutlich wird das bei Ausgangsrechnungen: Kassensysteme und Rechnungsstellungssoftware verfügen häufig über Schnittstellen, die einen direkten Datenaustausch zwischen Unternehmen und Steuerberater ermöglichen. Statt Belege zu sammeln, auszudrucken oder einzeln hochzuladen, werden die relevanten Daten automatisch übermittelt und stehen für die Buchhaltung sofort zur Verfügung.
Auch im Zahlungsverkehr lässt sich viel Aufwand einsparen: Über Bankschnittstellen können Kontoumsätze automatisch abgerufen und mit offenen Rechnungen abgeglichen werden. Der manuelle Abgleich von Zahlungseingängen und -ausgängen entfällt weitgehend, Zahlungsdifferenzen fallen schneller auf. Das Ergebnis: weniger manuelle Erfassung, weniger Übertragungsfehler und eine spürbar schnellere Zusammenarbeit mit dem Steuerberater.